Redet miteinander!
Allein dieser Satz löst bei vielen ein mulmiges Gefühl aus. Reden? Übers Sterben? Lieber ein andermal!
Natürlich fällt dieses Thema niemandem leicht, und genau darum weichen ihm viele aus. Wie fängt man so etwas überhaupt an? Besonders dann, wenn die eigenen Eltern älter werden und nie erzählt haben, wie ihr Abschied einmal aussehen soll.
Eine behutsame Annäherung könnte lauten: „Was denkst du, kommt nach dem Leben noch etwas?“ Wer es unverblümter mag, fragt einfach: „Wie stellst du dir eigentlich deine Beerdigung vor?“ – direkt, aber hilfreich.
Kennen wir die Vorstellungen unserer Liebsten nicht, bleiben ihre Wünsche unerfüllt. Spätestens im Beratungsgespräch beim Bestatter tauchen dann unzählige Fragen auf, auf die niemand eine Antwort hat. Eine solche Situation lastet schwer auf allen.
Erdgrab oder lieber eine Einäscherung, was hätte er gewollt? „Das hat er nie gesagt.“
Welche Lieder hörte die Nichte am liebsten? Hat sie nicht selbst Gitarre gespielt? Könnte bei der Feier jemand live spielen? „Gut möglich – nur was genau?“
Wer die Wünsche eines geliebten Menschen kennt und Abschied sowie Trauerfeier aktiv mitgestaltet, findet leichter einen Weg durch die Trauer. Trotz Schmerz und Hilflosigkeit bleibt uns so ein Stück Handlungsfähigkeit. Darum lohnt es sich, die schwierigen Fragen zu stellen. Irgendwer muss schließlich anfangen, das Schweigen zu beenden.